Reitendes Paar, Berlin KuKa, KdZ 3

Aus Dürer Tintenanalyse
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KdZ 03.jpg
Sujet: Reitendes Paar
Sammlung, Inv.Nr.: Berlin, Kupferstichkabinett, KdZ 3
Datierung (Forschungsstand): 1493/94; 1495/96
Verso: x
Beischriften, Monogramm, Datierung: "1496", "AD"
Wasserzeichen: 1496-1500[1]
Technik (Forschungsstand): Tinte, Wasserfarben
Bemerkungen:  ?
Standardliteratur: Winkler 54; Strauss XW54; Anzelewsky/Mielke 1984, Nr. 8


Inhaltsverzeichnis

Zur Zeichnung

Die kolorierte Federzeichnung wurde aufgrund ihrer bildhaften Ausführung in der Forschung immer wieder als Kopie oder Reinzeichnung - von fremder Hand oder von Dürer selbst - diskutiert. Doch weisen kleinere Veränderungen auf einen spontanen Zeichenprozess hin. Kostümgeschichtliche Verbindungen des seit dem Spätmittelalter tradierten Sujets bestehen zu Dürers Hamburger "Liebespaar".

Kunsthistorische Zuschreibungsdebatte

  • Strauss XW54: Autorschaft stark umstritten. Angeblich identisches Nicht-Dürersches Wasserzeichen wie Strauss XW38 (Hl. Magdalena, Coburg)
  • Anzelewsky/Mielke 1984, Nr. 8: „Das Datum 1496 wohl echt, unten das Monogramm von fremder Hand.“ Die Einfassungslinie in schwarzer Tinte
  • Panofsky: „eine Kopie oder Eigenkopie“ nach Dürer
  • Flechsig: „eine Reinzeichnung Dürers nach einer verlorenen Skizze“

Kunsthistorische Fragen an Tinte und Papier

  • Welches Verhältnis besteht zwischen Monogramm, Datierung, Einfassungslinie, Zeichnung?
  • Kann die Tintenanalyse Hinweise zur Unterscheidung von „Vorzeichnungen“ und „Reuestrichen“ (Ärmel, Pferdebein) liefern, oder ist die gesamte Zeichnung in einer identischen Tinte ausgeführt?

Fazit

Die Messungen haben ergeben, dass die Zeichnung mit Eisengallustinte angelegt wurde. Ihre Zusammensetzungen sind im Rahmen der Messtoleranz insgesamt sehr ähnlich, die Einfassungslinie eingeschlossen (Messpunkt 6). Jahreszahl (Messung 1) und Monogramm (Messung 5) wurden hingegen mit Rußtusche ausgeführt. Die naheliegende Vermutung, dass es sich um unterschiedliche Rußtuschen handelt, konnte aufgrund der Manipulationen am Untergrund (?) des Monogramms nicht bestätigt werden.

Der Abgleich des vorgefundenen Wasserzeichens „Gotisches P“ ergab im Vergleich mit POL113161 (Metz, 1498) einen identischen Wasserzeichenbeleg. Abhängig von der anzunehmenden zeitl. Toleranz ergibt sich für KdZ 3 somit ein Entstehungszeitraum zwischen 1494-1502 (bei +/-4 Jahren) bzw. 1496-1500 (bei +/-2 Jahren).

Die bisher für diese Zeichnung kennerschaftlich vorgeschlagenen Datierungen 1493/94 bzw. 1495/96 sind somit möglich, die spätere Datierung "1496" ist wahrscheinlicher.



Conclusion

The examinations have revealed that this drawing was made with iron gall ink. The composition of the ink – including the lines along the borders (Measurement 6) – in general is very homogeneous in terms of the measurement tolerances applied in the course of the examinations. The date (Measurement 1) and monogram (Measurement 5) on the other hand were executed in carbon ink. The obvious assumption that these consisted of different carbon inks could not be proven due to the likely manipulation of the monogram’s background.

A comparison of the “Gothic P” watermark revealed it to be identical to that of POL113161 (Metz, 1498). Depending on the chronological tolerance factors being used, one can therefore estimate KdZ 3 to have been drawn between 1494-1502 (+/-4 years) and/or 1496-1500 (+/-2 years).

The dates that various experts have proposed for the drawing (1493/94 and/or 1495/96) are therefore both possibilities, although the later date inscribed on the image (“1496”) is the more probable.




Anmerkungen


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