Äskulap, Berlin KuKa, KdZ 5017 Papier

Aus Dürer Tintenanalyse
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Papierstruktur

DE-KdZ-5017 100.png

Abbildung der Papierstruktur

erzeugt durch Georg Dietz aus: KdZ 5017 © Kupferstichkabinett. Staatliche Mussen zu Berlin / Foto: Cordula Severit

ACHTUNG: Aufgrund der starken Objektivverzeichnung ist die Maßstäblichkeit für die WZ-Abbildung nicht gewährleistet!


Die vorliegenden Ausgangsfotos weisen eine starke Objektivverzeichnung auf, die sich möglicherweise – da nicht gleichmäßig – auch nicht durch Skalieren etc. zu 100% korrigieren ließen.


Wasserzeichen

Wasserzeichenmotiv

Beschreibung des Wasserzeichens (gemäß Piccard online):

Krone, ohne Bügel, Bindedraht als Mittelachse, darunter Marke aus Schaft, Kreuzsprossen und Dreieck


Abmessungen des Zeichens:

Höhe: 119 mm; Breite: 50 mm


durchschnittlicher Kettstegabstand / durchschnittlicher Kettstegabstand am Zeichen:

38,8 mm / 38 mm



DE-KdZ-5017 wz.png

Abbildung des Wasserzeichens

erstellt durch Georg Dietz aus: KdZ 5017 © Kupferstichkabinett. Staatliche Mussen zu Berlin / Foto: Cordula Severit

ACHTUNG: Aufgrund der starken Objektivverzeichnung ist die Maßstäblichkeit für die WZ-Abbildung nicht gewährleistet!


  • Strauss macht unter XW.263 die Angabe: "Crown, Cross and Triangle".
  • Strauss verweist auf: Briquet Nr. 4773 (belegt mit: Würzburg, 1499)
  • Strauss verweist auf: Meder WZ.-Nr. 24
  • Wasserzeichen: "Krone mit Kreuz und angehängtem Dreieck" (Anzelewsky/Mielke)
WLStrauss CrownCrossTriangle.jpg

Abbildung des Wasserzeichengruppentyps bei Strauss


Statistisches zum vorgefundenen Wasserzeichen:

Die statistische Auswertungen der technischen Parameter des vorgefundenen Wasserzeichens „Krone“ mit dem Bernsteinportal und unter Einschränkung der Suchparameter (Höhe: 119mm +/-2mm und Abstand der Kettlinien: 76mm +/-2mm ) brachte 5 Resultate. Der sich hieraus ergebende Verwendungszeitraum dieses Wasserzeichentyps lag zwischen 1493 und 1500.



Identische Wasserzeichenbelege

  • POL51600 belegt mit Innsbruck, 1500

Ähnliche Wasserzeichenbelege

  • laut Anzelewsky/Mielke: „ähnlich Briquet 4773“

Der Verweis auf Briquet 4773 wurde geprüft. Briquets Nr. 4773 ist als ein ähnliches Wasserzeichen anzusehen, da es in einem Detail – der Binde auf der Krone – an einer Stelle um mehr als 2 Strichbreiten von dem hier zu prüfenden Zeichen aus DE-KdZ-5017 abweicht. Möglicherweise handelt es sich um eine spätere Beschädigung des Wasserzeichens, und es könnte doch ein Zusammenhang zwischen den beiden Zeichen bestehen. Das Papier wäre dann nach dem Beleg bei Briquet hergestellt worden. Briquets Nr. 4773 ist mehrfach zwischen 1499 und 1504 (zzgl. zeitl. Toleranz) für Würzburg und in einer identischen Variante mit Innsbruck belegt.

Wasserzeichenmotive gleichen Typs

POL51601 (Nürnberg, 1493), POL51604 (Augsburg, 1494) und POL51605 (Augsburg, 1494)


Strauss führt in dieser Wasserzeichenmotivgruppe folgende im Dürer-Tintenprojekt geführte Zeichnungen:


Abgleich mit anderen Wasserzeichen aus dem Œuvre Albrecht Dürers

(Für diesen Teil der Untersuchungen konnten nur die bisher vorliegenden Wasserzeichen ausgewertet werden!)


  • Die Wasserzeichen aus DE-KHB-KL9, DE-KHB-KL10 und DE-KdZ-5017 sind als identisch anzusehen und stehen unter papiergeschichtlichen Gesichtspunkten demnach in einem engen Entstehungszusammenhang.
  • Das WZ aus DE-KdZ-15388 ist vom Wasserzeichenmotiv her zu den WZ der 1. Gruppe sehr ähnlich, aber nicht identisch. Eventuell handelt es sich aber um das zweite Zeichen des Schöpfsiebpaares.
  • Das WZ aus DE-KHB-KL34 stellt ein weiteres eigenes WZ dar, welches weder als identisch zum Wasserzeichenmotiv aus der 1., 2. noch der 4. Gruppe angesehen werden kann.
  • Die WZ aus DE-KHB-KL35 sind ebenso zu keinem der bisher erwähnten WZ identisch. Auch untereinander weichen sie geringfügig voneinander ab, sodass hier ggf. von den 2 Zeichen eines Schöpfsiebpaares ausgegangen werden kann.


DE-KHB Kronenvergleich v2.jpg

Beispielhafte WZ-Abgleiche von den 3 Zeichnungen DE-KHB-KL9 (gelb) und DE-KHB-KL10/DE-KdZ-5017 (blau) sind deckungsgleich; DE-KHB-KL34 (rot) weicht hiervon ab, da schmaler und mit anderem Kettstegabstand

Bewertung der Untersuchungsergebnisse

Der Abgleich zu dem Wasserzeichen aus DE-KdZ-5017 brachte konkrete Indizien zum Verwendungszeitraum des hier verwendeten Papiers. Es konnte ein identischer Wasserzeichenbeleg mit „Innsbruck, 1500“ gefunden werden. Diese Datierungsannahme übertragen mit einer Maximaltoleranz von +/-4 Jahren würde für DE-KdZ-5017 einen Entstehungszeitraum zwischen 1496-1504 annehmen lassen. Mitunter wird diese Zeitspanne mit +/-2 Jahren noch enger gefasst, was auch hier für dieses gängige Wasserzeichen und Papierformat anzunehmen wäre. Weitere ähnliche Wasserzeichenbelege sind für den Zeitraum 1499-1504 (zzgl. zeitl. Toleranz) belegt.[1]


Ferner sind die Wasserzeichen aus DE-KHB-KL9, DE-KHB-KL10 und DE-KdZ-5017 als identisch anzusehen. Sie stehen unter papiergeschichtlichen Gesichtspunkten demnach in einem sehr engen Entstehungszusammenhang.

Anmerkungen

Allgemeine Hinweise

Wasserzeichen aus Referenzzeichnungen werden in folgendem Syntax-Format angegeben: "DE" (Länderkürzel) - "KHB" (Kürzel für die Sammlung, in diesem Fall für die Kunsthalle Bremen - "9" (Inventarnummer). Die folgenden Abkürzungen wurden verwendet:

  • KdZ (Kabinett der Zeichnungen, Berlin)
  • KHB (Kunsthalle Bremen).
  • "POLxxx" ist das Kürzel für die Wasserzeichenreferenz-ID der Wasserzeichendatenbank "Piccard-online" (http://www.piccard-online.de/start.php)

General Explanatory Statement

For reference purposes, the drawings containing watermarks are named using the following syntax format: "DE" (country code) - "KHB" (collection code for the Kunsthalle Bremen - "9" (Inventory number). The following abbreviations are used throughout:

  • KdZ (Kabinett der Zeichnungen, Berlin)
  • KHB (Kunsthalle Bremen).
  • "POLxxx" is the code for the watermark ID of watermark documentation at Piccard-online (http://www.piccard-online.de/start.php)



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