Trient von Norden, Bremen, KH KL10

Aus Dürer Tintenanalyse
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Infobox
Bremen Kunsthalle Trient.jpg
Sujet: Trient von Norden
Sammlung, Inv.Nr.: Bremen, Kunsthalle, Kl. 10
Datierung (Forschungsstand): 1494/97, 1500
Verso: x
Beischriften, Monogramm, Datierung: "Tryt", AD
Wasserzeichen: 1498-1502 [1]
Technik (Forschungsstand): Wasser- und Deckfarben
Bemerkungen:  ?
Standardliteratur: Strauss 1495/33; Winkler 96; Hopfengart/Röver-Kann 2001, Meisterwerke, Bd. II, S. 64-65 (Röver-Kann); Röver-Kann 2012, S. 44-45, Nr. 6; AK Nürnberg 2012, Nr. 104


Inhaltsverzeichnis

Zur Zeichnung

Dem etablierten Forschungssstand nach entstand das Blatt während Dürers erster Italienreise im Herbst 1494 oder Frühjahr 1495 (zuletzt Röver-Kann in AK Bremen 2012). Skeptischer sind jüngere Stimmen zur exakten Datierbarkeit dieser Reise und den damit in Verbindung stehenden "Landschaftsaquarellen", zu Reiseausmaß (Eser 2012), Datierung (Grebe 2006, Großmann 2007) und generellem Stattfinden (Luber 2005). Wiedergegeben ist das Etschtal, welches sich nach Süden öffnet, und die am Flussufer gelegene Bischofsstadt Trient mit ihrem nördlichen Stadtzugang, dem "Deutschen Tor". Zur Diskussion stehen der Anfertigungsort und -prozess. Es erhärtet sich die These, dass die aufwendige kolorierte Ausführung auf Grundlage einer vor Ort angefertigten Skizze erst - mit zeitlichem Verzug zur Reise - im Atelier erfolgte (Hess 2012).

Forschungsdiskussion zur Beischrift

  • Strauss 1495/33: “Tryt” laut Flechsig von Dürer gleichzeitig mit der Darstellung aufgeschrieben.

Kunsthistorische Fragen an Tinte und Papier

  • Ist eine Unterscheidung der Tinten der beiden Beischriften nachweisbar? Während "Tryt" in der Forschung als eigenhändig angesehen wird, stammt das Monogramm angeblich von späterer Hand.
  • Ist/sind die Beschriftungstinte(n) nachweisbar bei anderen Beischriften, insbesondere von "Landschaftsaquarellen", was auf eine Beschriftungskampagne schließen lassen könnte?

Fazit

Das Monogramm AD ist in Eisengallustinten ausgeführt; die Bezeichnung "tryt" hingegen in Rußtusche, weswegen ein Bezug zu anderen Ortsbezeichnungen in Rußtusche besteht (z.B. trintperg). Dieselben Beschreibmitteldifferenzen sind beim Innsbruck-Aquarell anzutreffen.

Die Pigmentauswertung des himmelblauen Farbmittels steht noch aus.


Der Abgleich des Wasserzeichens aus DE-KHB-KL10 erbrachte konkrete Indizien für den Verwendungszeitraum des hier verwendeten Papiers. Es konnte ein identischer Wasserzeichenbeleg mit „Innsbruck, 1500“ gefunden werden. Für diese Zeichnung DE-KHB-KL10 ergibt sich hieraus ein Papierverwendungszeitraum von 1496 - 1504 (bei einer Toleranzzeit von +/-4 Jahren) bzw. von 1498 - 1502 bei +/-2 Jahren. Weitere ähnliche Wasserzeichenbelege sind für den Zeitraum 1499-1504 (zzgl. zeitl. Toleranz) anzuführen.[2]


Generell dürfen die Wasserzeichen aus DE-KHB-KL9, DE-KHB-KL10 und möglicherweise auch DE-KdZ-5017 als identisch bewertet werden und stehen unter papiergeschichtlichen Gesichtspunkten in einem sehr engen Entstehungszusammenhang.



Conclusion

The monogram "AD" was inscribed with iron gall inks, while the inscription "tryt" was drawn with carbon ink. This draws parallels to other location inscriptions carried out in carbon ink (resp. trintperg). The same differences in inks used to describe locations can be found e.g. in the “Innsbruck” watercolor.

Measurements involving the sky-blue pigment are not yet complete.


A comparison of the watermark revealed concrete indications for dating the paper used in the painting. An identical watermark has been detected in a written document “Innsbruck, 1500” (POL51600). The paper used in “View from the North of Trent" can therefore be dated to 1496 - 1504 (tolerance +/-4 years) and/or 1498 - 1502 (+/-2 years). Other similar watermarks have also been recorded from the period between 1499-1504 (chronological tolerance included).[3]


In general, the watermarks found in DE-KHB-KL9, DE-KHB-KL10, and possibly DE-KdZ-5017 should be viewed as identical. In terms of historical correlations of paper, all of them came from a highly similar production process, if not a single source.





Anmerkungen


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